München, 02. Oktober 2019 – Anlässlich des Internationalen Tags der Gewaltlosigkeit möchte Der Kinderschutzbund Landesverband Bayern (DKSB LV Bayern) Möglichkeiten der Prävention von Gewalt aufzeigen und Eltern und Familien darin bestärken, den eigenen Kindern gewaltfrei zu begegnen.

 

„Was brauchen Kinder, damit sie Gewalt nicht brauchen?“ (1) – eine entscheidende Frage, die sich der Konfliktforscher Reiner Steinweg einst stellte, als es ihm darum ging, wie eine Gewaltprävention gelingen könnte. Und obwohl es bereits erfolgreiche Gewalt Präventionsprogramme, auch im Kinderschutzbund gibt, muss angesichts neuer Zahlen zu Kindern als Gewaltopfer noch mehr unternommen werden, um Kinder vor Gewaltsituationen in den Familien zu schützen.

Bereits seit den 1970er Jahren engagiert sich der Deutsche Kinderschutzbund für eine gewaltfreie Erziehung und konzipierte ein spezielles Programm zur Stärkung der Erziehungskompetenzen. Der Elternkurs „Starke Eltern starke Kinder“ wurde geboren und ist seither fester Bestandteil mehrerer Hundert Kursangebote in ganz Deutschland. Leitziele der Elternkurse sind die Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern und zugleich die Prävention von psychischer und physischer Gewalt in den Familien. Auch sollen die Mitsprache, Mitbestimmung und Mitgestaltung der Kinder am Familienleben ermöglicht und erweitert werden. Dabei gilt es insbesondere das Selbstvertrauen der Eltern zu festigen und die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern (2). Den Eltern wird das “Modell des anleitenden Erziehens” vermittelt, dass sie dazu befähigen soll, mit den Kindern zusammen Wege zu finden, die weniger Stress und Konflikte im Alltag erzeugen. Der anleitende Erziehungsstil ist weder “autoritär” noch “antiautoritär”. Die teilnehmenden Eltern erfahren, wie sie ihre Erziehungsfunktion und Verantwortung gemeinsam übernehmen können und wie sie ihre positive elterliche Vorbildfunktion durchaus ausüben dürfen ohne auf körperliche Bestrafungen, auf seelische Verletzungen oder auf sonstige entwürdigende Erziehungsmaßnahmen zurückgreifen zu müssen. Wie Eltern ihren Kindern eine unterstützende Struktur geben können und einen Rahmen, an dem sie sich orientieren, der ihnen Halt gibt, spielt eine wichtige Rolle in den Kursabenden. Die Ressourcen der Eltern und Kinder und das Finden eigener Lösungswege aus den Konfliktsituationen werden an Hand konkreter Beispiele analysiert und reflektiert. Hierbei ist der Blick weder auf die Vergangenheit noch auf die Ursache-Wirkung-Schuld-Fragen noch auf Defizite einzelner Familienmitglieder gerichtet, sondern auf die Zukunft.

Hier finden Sie bei Interesse zu den Elternkursen „Starke Eltern – Starke Kinder“ weitere Informationen.

(1) = Reiner Steinweg (2008, S. 114)(
(2) = (vgl. P. Honkanen-Schoberth, 2003)

 

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